FSV Bernau – SV Zehdenick 1920 5:4 (3:0)
Es war ein Wechselbad der Gefühle für die 64 Zuschauer in der COMPULAN-Arena am Hussitenplatz. Am Ende stand für den SV Zehdenick 1920 trotz einer heroischen Leistungssteigerung im zweiten Durchgang eine extrem bittere und unglückliche 4:5-Niederlage zu Buche. Neben defensiven Unkonzentriertheiten in der ersten Halbzeit haderten die Gäste vor allem mit einer ausbaufähigen Schiedsrichterleistung, die in spielentscheidenden Szenen den Zehdenickern zum Verhängnis wurde.
Chancenwucher und Schiri-Pech in Durchgang eins
Das Spiel begann schwungvoll, und Zehdenick hatte früh die Riesenchance zur Führung: John Lormis tauchte völlig frei im Eins-gegen-Eins vor dem Bernauer Keeper auf, agierte in dieser Szene jedoch etwas zu leichtfertig und vergab. Wenig später schlug Lormis eine gefährliche Flanke von der rechten Seite – der heranstürmende Kevin Höpfner stand bereits zum Kopfball bereit, doch der Bernauer Torwart konnte im letzten Moment entscheidend stören. Zehdenick zeigte sich spielerisch auf Augenhöhe, ging jedoch zu fahrlässig mit den eigenen Möglichkeiten um. Höpfner legte in aussichtsreicher Position noch einmal quer, anstatt selbst den Abschluss zu suchen.
Die Effizienz lag an diesem Nachmittag zunächst komplett aufseiten der Hausherren. In der 22. Minute war es Bernaus Nummer 10, Justin Möbius, der mit einem flachen Schuss ins rechte untere Eck das 1:0 für den FSV erzielte. Zehdenick steckte nicht auf: Ein weiterer gefährlicher Schuss der Nummer 10 konnte vom starken Nick Schrobback im Zehdenicker Kasten glänzend pariert werden. Dann die erste große Aufregung: John Lormis tankte sich durch das Mittelfeld, wurde dort mit gestrecktem Bein rüde gelegt – der Unparteiische beließ es zum Entsetzen der Gäste jedoch bei einer Verwarnung (Gelbe Karte) und verweigerte den fälligen Strafstoß.
Kurz vor der Pause kam es für Zehdenick knüppeldick. In der 44. Minute tauchte Marcel Stutter (Nr. 27) frei vor Schrobback auf. Der Zehdenicker Schlussmann war zwar noch am Ball dran, konnte den Einschlag zum 2:0 aber nicht mehr verhindern. Es kam noch schlimmer: In der vierten Minute der Nachspielzeit der ersten Hälfte (45.+4) übersah das Schiedsrichtergespann eine klare Abseitsstellung der Bernauer. Das Spiel lief unverständlicherweise weiter, und erneut war es Stutter, der den Ball zum 3:0-Pausenstand über die Linie stolperte.
Eiskalte Dusche nach der Pause und die Wende
Der zweite Durchgang begann wie der erste aufgehört hatte. In der 48. Minute bekamen die Bernauer einen Strafstoß zugesprochen, den Marcel Stutter flach unten links zum 4:0 verwandelte. Das Spiel schien gelaufen, doch wer dachte, Zehdenick würde sich aufgeben, sah sich getäuscht.
Angetrieben von unbändigem Willen blies der SVZ zur Jagd. Stefan Kerl wurde in der 49. Minute gefoult, biss sich aber bärenstark durch, zog aus gut 30 Metern ab und überwand den herauseilenden Torhüter – der Ball klatschte vom linken Innenpfosten zum 4:1 ins Netz. Nur zwei Minuten später verhinderte Schrobback im Eins-gegen-Eins die vorzeitige Entscheidung; der anschließende Nachschuss wurde zur Ecke geblockt.
Zehdenick war nun hellwach. In der 55. Minute spritzte Kevin Höpfner in einen kapitalen Rückpassfehler der Bernauer Abwehr, erbeutete das Leder vor dem Torwart und schob mühelos ins leere Tor zum 4:2 ein. Zwar musste Schrobback kurz darauf noch einmal per Fußabwehr retten, als er beim Herauslaufen kurz zögerte und die Abwehr sich etwas aushebeln ließ, doch der Offensivdrang der Gäste hielt an.
In der 68. Minute folgte der schönste Spielzug des Tages: Über Lormis kam der Ball zu Cehnioglu, der den Ball perfekt ablegte. Sebastian Artur Krejcberg-Braksal nahm Maß und nagelte das Ding aus der Distanz unhaltbar links an die Unterlatte und ins Tor – nur noch 4:3!
Dramatische Schlussphase
Die Hoffnung auf einen Punktgewinn war riesengroß, wurde aber im direkten Gegenzug jäh gedämpft. Eine Flanke von der rechten Seite fand den völlig freistehenden Luca Marschall (Nr. 15), der per Kopf eiskalt zum 5:3 (71.) für Bernau traf.
Zehdenick warf nun alles nach vorne. In der 88. Minute keimte noch einmal Hoffnung auf: Nach einem zuerst geblockten Ball stand John Lormis in abseitsverdächtiger Position richtig und markierte den 5:4-Anschlussstreffer. In den dramatischen Schlussminuten hatte die Mannschaft sogar noch den Ausgleich auf dem Fuß: Lormis tankte sich stark durch, passte von der Grundlinie zurück auf Höpfner, dessen Schuss im letzten Moment von der Bernauer Defensive geblockt werden konnte.
Fazit
Am Ende blieb es beim 5:4 für den FSV Bernau. Wie so oft zeigte der SV Zehdenick erst in der zweiten Halbzeit sein wahres Gesicht und drehte richtig auf. Für diese tolle Moral hätte sich das Team mindestens einen Punkt verdient gehabt. Aufgrund der vergebenen Chancen im ersten Durchgang und einigen unglücklichen und fragwürdigen Entscheidungen der Unparteiischen reist man am Ende leider mit leeren Händen nach Hause.
Tore:
1:0 Justin Möbius (22.)
2:0 Marcel Stutter (44.)
3:0 Marcel Stutter (45.+4)
4:0 Marcel Stutter (48. / FE)
4:1 Stefan Kerl (49.)
4:2 Kevin Höpfner (55.)
4:3 Sebastian Artur Krejcberg-Braksal (68.)
5:3 Luca Marschall (71.)
5:4 John Lormis (88.)















